In Deutschland kommen keine Waren mehr an

Aktualisiert: 25. Apr 2020

Deutsche Industrie wartet dringend auf neuen Nachschub!

Es ist nicht so, dass die deutsche Industrie überhaupt nichts mehr zu tun hätte. Ein großer Teil der Maschinenbau und Elektrobranche bekommen auch in der Krise einige Aufträge. Das Problem ist, dass dringend benötigten Teile vermehrt oder gar nicht mehr ankommen.

Sehr wichtige Komponenten z.B. für Wiederbelebung und Beatmungsgeräte gehören zu den vielen Tausend Produkten im Sortiment von EBM-Papst. Das Familienunternehmen aus dem fränkisch geprägten Nordosten von Baden-Württemberg stellt zum Beispiel Radialgebläse für die medizinischen Geräte her oder auch den Motor und die sogenannte Motoransteuerung. Kaum verwunderlich also, dass EBM-Papst dieser Tage zu den wichtigsten Lieferanten für Medizintechnikhersteller aus aller Welt gehört.


Die Nachfrage ist dementsprechend im Zuge der Corona-Krise stark gestiegen. Beispiel Radialgebläse: Rund 1,5 Millionen Stück wurden seit Beginn der Pandemie bei EBM-Papst bestellt. „Bestandskunden bitten um Vorziehung der Lieferungen und fragen Erhöhungen der Stückzahlen an. Zudem erreichen uns viele neue Anfragen, teilweise im sechsstelligen Stückzahlbereich“, meldet das Unternehmen. Das Problem: Üblich ist eine Jahresproduktion von rund 100.000 Stück.

Mit Hochdruck arbeitet EBM-Papst nun an einer Ausweitung der Produktionsmengen für die Zulieferteile der Beatmungsgeräte. „Wir bauen dazu Maschinen um, auf denen bislang andere Teile gefertigt wurden“, sagt Stefan Brandl, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Trotzdem könnten Engpässe nicht ausgeschlossen werden, warnt der Manager. „Die Produktion der Komponenten verteilt sich über verschiedene Standorte und Länder, was eine funktionierende, weltweite Lieferantenkette voraussetzt.“ Solche Ketten aber sind zunehmend gestört. Davon jedenfalls berichten neben EBM-Papst auch der Maschinenbau-Verband VDMA sowie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).


Die Probleme haben dabei verschiedene Ursachen. Zum einen gibt es behördlich angeordnete Fabrikschließungen, besonders strikt zum Beispiel in Italien. Auch die Fertigung von EBM-Papst dort ist zwangsweise geschlossen, Zulieferteile können deswegen nicht produziert werden. Das Unternehmen sucht daher aufwendig nach Ersatz, mittlerweile auch wieder in China, wo sich die Wirtschaft zu normalisieren scheint.


Zum anderen fehlen vielerorts Mitarbeiter, sei es wegen Krankheit und Quarantäne oder auch wegen geschlossener Grenzen. Und gerade mit Letzterem macht EBM-Papst derzeit leidvolle Erfahrungen, insbesondere in Tschechien, wo etliche Kollegen aus Polen nach Grenzschließungen mittlerweile nicht mehr einreisen dürfen und die Produktion wichtiger Kabel deswegen nur noch deutlich reduziert läuft.


Die Rede ist von einer Kapazitätsauslastung von gerade noch rund 30 Prozent. Drittens schließlich hängen viele Lkw-Transporte mit Ware in kilometerlangen Grenzstaus, was die üblichen Just-in-time-Fertigungen schon bei ein, zwei Tagen Verzögerung teils erheblich ins Stocken bringt.

Michael Ziesemer ist dementsprechend besorgt. „Der Kampf gegen das Coronavirus setzt gerade jetzt eine leistungsstarke und vor allem produzierende Industrie voraus“, sagt der ZVEI-Präsident. Ohne funktionierende Lieferketten und Logistikwege sei der Kampf gegen die Pandemie kaum zu gewinnen – vor allem im Bereich Elektroindustrie.


Quelle & Recherche: Quelle: WELT / Dietmar Deffner


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